04 . Magazin . Max-Ophüls-Preis 2003

Die Ausgezeichneten
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Der Max Ophüls Preis 2003 an
"Mein erstes Wunder" - ein Film von Anne Wild, Deutschland
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Jurybegründung: Das Debüt MEIN ERSTES WUNDER von Anne Wild, ist die in Visualität und Poesie außergewöhnliche filmische Erzählung einer unmöglichen Liebe zwischen einem Mädchen und einem Mann.
Die Autorin und Regisseurin öffnet mithilfe ihrer großartigen Protagonisten und einer herausragenden Kamera emotionale Räume und erreicht eine Intensität jenseits der Klischees. |
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Preis für die beste Nachwuchsdarstellerin 2003 an:
Maria Simon - für ihre Rolle als "Dorit" in "Erste Ehe"
(Regie: Isabelle Stever)
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Jurybegründung: Die Beziehungslosigkeit der jungen Generation ist eines der brennenden aktuellen Themen im jungen deutschen Film. Maria Simon spielt in "Erste Ehe" (Regie: Isabelle Stever) eine Frau, die sich nach der bedingungslosen Liebe sehnt, aber selbst unfähig ist, sich aus den eigenen neurotischen Verstrickungen zu befreien. In ihrer bewegenden Darstellung der Dorit trifft sich das übernommene Frauenbild aus der Generation der Eltern und der emotionale Leerlauf ihrer Zeitgenossen. Der Kampf zwischen ihr und ihrem Ehemann ist ein komplexes psychologisches Verwirrspiel, das sich von Szene zu Szene ins (fast) Unerträgliche steigert. Die jungen Eheleute sind wie Spiegelbilder ihrer selbst und projizieren die psychotischen Störungen auf ihr gegenüber, das sie in selbstzerstörerischer Wut attackieren.
Maria Simon beeindruckt durch die Intensität des Spiels, den dramaturgisch faszinierenden Stimmungswechseln zwischen emotionalen Oberflächlichkeiten, jugendlicher Selbstverliebtheit und blinder Zerstörungswut. |
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Preis für den besten Nachwuchsdarsteller 2003 an:
David Rott - für seine Rolle als "Torge" in "Ganz und Gar"
(Regie: Marco Kreuzpaintner)
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Jurybegründung: Dem Theaterschauspieler David Rott ist in seiner ersten Filmhauptrolle eine überzeugende Entwicklung eines Charakters seiner Generation gelungen. In Marco Kreuzpaintners Film "Ganz und Gar" gelingt es ihm auf nachdrucksvolle Weise die innere Zerrissenheit des jungen Torge auszudrücken, einem jungen Mann, dessen Leben sich nach einem persönlichen Schicksalsschlag einschneidend verändert. Torge hat nach einem Arbeitsunfall ein Bein verloren, seine berufliche Existenz und sein Image als Draufgänger und Frauenschwarm sind zerstört. Nun besteht die größte Herausforderung darin, sich der Liebe einer Frau zu öffnen. In kleinen Schritten muss sich Torge den veränderten Lebensumständen stellen und sich einen neuen Platz im Freundeskreis aneignen. David Rott verkörpert diese schmerzvolle Wandlung mit nuanciertem Spiel, das nie wehleidig wirkt, sondern auf realistische Weise das Mitgefühl des Zuschauers herausfordert. |
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Filmpreis des saarländischen Ministerpräsidenten 2003 an
"Oltre il confine" - ein Film von Rolando Colla, Schweiz
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Jurybegründung: Ein wichtiges Thema des diesjährigen Filmfestival Max Ophüls Preis waren die Kriege der letzten zehn Jahre und ihre Nachwirkungen. Rolando Collas filmische Spurensicherung OLTRE IL CONFINE verknüpft die Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges mit denen der jüngsten Balkankriege und schafft dadurch das Bewusstsein für die andauernde Aktualität von Kriegstraumata in Europa.
In der hervorragenden Darstellung des bosnischen Schauspielers Senad Basic spiegeln sich eindrücklich die Folgen der problematischen Asylpolitik Westeuropas. |
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Kurzfilmpreis 2003 an
"Insel der Schildkröte" - ein Film von Maru Solores, Deutschland
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Jurybegründung: Maru Solores' Abschlussfilm INSEL DER SCHILDKRÖTE erzählt auf sensible und virtuose Weise die Geschichte eines kleinen Mädchens, das durch die Überwindung seiner persönlichen Grenzen Kräfte entwickelt und seine Vitalität freisetzt. Der Regisseurin gelingt kraftvoll und eindrücklich ein großer Film über ein kleines Mädchen. |
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Förderpreis Langfilm 2003 an:
"Wir" - ein Film von Martin Gypkens, Deutschland
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Jurybegründung: Martin Gypkens greift in seinem Abschlussfilm WIR die Generationenthemen Sex, Liebe und Freundschaft in einem Ensemblefilm als Zeitgeistpanorama auf. Dramaturgie, Kamera und Ausstattung verdichten die hervorragende Ensembleleistung der Darsteller zu einem Mikrokosmos vor dem Hintergrund urbaner Anonymität.
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Förderpreis Kurzfilm 2003 an
"Der Plan des Herrn Thomaschek" - ein Film von Ralf Westhoff, Deutschland
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Jurybegründung: DER PLAN DES HERRN THOMASCHEK von Ralf Westhoff ist ein dramaturgisch überzeugender und formal gelungener Kurzspielfilm über das Überwinden persönlicher und politischer Grenzen. Diese schildert der Regisseur gekonnt in dem Vergleich der Entscheidungsspielräume zweier Generationen.
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Preis der Schülerjury 2003 an
"Ravioli" - ein Film von Peter Payer, Österreich |
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SR/ZDF-Drehbuchpreis 2003 an
"Ikarus" - ein Film von Bernhard Weirather
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Jurybegründung: Die Postkarten an die kleine Schwester kamen aus der Karibik - aber abgeschickt wurden sie in Wien. Lena Schwans Träume waren groß, aber die Welt war klein. Und als sie zur Beerdigung des Großvaters in ihr Tiroler Dorf fährt, könnte aus dem Besuch eine Heimkehr werden.
Die Wiederbegegnung mit den Menschen ihrer Vergangenheit stellt Lena vor die Entscheidung: weiterziehen oder bleiben?
Keine neue Geschichte, aber stimmig erzählt wie selten zuvor.
Die Jury vergibt mit großer Überzeugung den Drehbuchpreis der Medienpartner SR und ZDF an Agnes Pluch und Bernhard Weirather für ihr Buch zu dem Film IKARUS.
Die Geschichte der Lena Schwan hat uns in vielerlei Hinsicht berührt: Ausgehend von ihrer sensibel und genau gezeichneten Figur tauchen wir in einen ländlichen Kosmos ein, dessen Reichtum mindestens so groß ist wie die weite Welt, in die Lena Schwan nie gelangt ist.
Die junge Frau ist die funkelnde Hauptfigur und das emotionale Zentrum des Films, aber auch das Bindeglied für eine Vielzahl gleichberechtigter Nebenfiguren, wie man sie sich lebendiger, faszinierender und gleichzeitig ambivalenter kaum wünschen kann.
Es zeichnet die Autoren aus, dass sie ihre Figuren, und zwar alle Figuren, mindestens so leidenschaftlich lieben, wie sie deren Schwächen, Abgründe und dunklen Geheimnisse offenbaren.
Einmal mehr, und das ist kennzeichnend auch für den Wettbewerb, haben wir es hier mit einem jener intelligenten, bewegenden, modernen Heimatfilme zu tun, um die wir das Filmland Österreich beneiden. |
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Das Internationale Netzwerks kirchlicher Filmarbeit vergibt
den Interfilmpreis 2003 an
"Kiki & Tiger" - ein Film von Alain Gsponer
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Jurybegründung: Der Regisseur erzählt präzise und einfühlsam die wahre Geschichte einer berührenden Männerfreundschaft.
Im Spannungsfeld traditioneller Rollenmuster und ethnischer Vorurteile am Vorabend des Kosovo-Krieges gelingt es zwei jungen Männern, in Deutschland eine seltenen Nähe zu leben. |
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Und das Publikum hat seinen Zuschauerpreis 2003 per Stimmzettel vergeben an:
"Kiki & Tiger" - ein Film von Alain Gsponer |
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Die Fachbesucher waren dieses Jahr wieder begeistert von den zahlreichen bemerkenswerten Abschlussfilmen der deutschen Filmhochschulen und Produktionen von Debütanten.
Und auch die Pressestimmen zeigen, dass sowohl dem Festival, das in diesem Jahr unter der neuen Festivalleitung von Boris Penth stand als auch dem deutschen Film eine positive Zukunft attestiert wird.
"Die Suche nach (Lebens-) Sinn und Glück hat einen festen Platz im Themenkanon des Filmfestivals Max Ophüls Preis in Saarbrücken, das auch in diesem Jahr wieder vielen jungen Filmemachern eine einzigartige Plattform für ihre außergewöhnliche Kreativität bot. Es ist verblüffend: Jenseits gängiger Kinonormen existiert hierzulande wie auch in der Schweiz und in Österreich stärker denn je ein ausgesprochen lebendiges Kino" (Film Dienst)
"Das Max Ophüls Festival in Saarbrücken ist jedenfalls nach wie vor ein wichtiger Talente-Pool für den deutschsprachigen Film."
(Celluloid, Wien)
"Man muss sie miterlebt haben, die euphorische Stimmung in der Stadt, die regelrecht zu einem kleinen Welttheater wird."
(Süddeutsche Zeitung)
"Bei keinem Filmfestival kommen Regisseure, Schauspieler, Produzenten, Kritiker und Publikum so hautnah in Kontakt wie in Saarbrücken"
(Rhein-Zeitung)
"Vollbesetzte Kinos, gute Stimmung, Premierenfieber, Spannung bis zum Schluss - das "Festival der blauen Herzen" begeisterte Besucher wie Filmschaffende."
(Trierischer Volksfreund)
"Viele Entdeckungen also, und somit eine Fortsetzung dessen, was das Ophüls-Festival seit Jahren ausmacht."
(Berliner Morgenpost)
"Wie schon in Saarbrücken Tradition, gab es auch diesmal überfüllte Kinosäle und viel Sympathie für den Nachwuchs."
(Mannheimer Morgen)
Immer wieder beklagen Stimmen aus Fachkreisen die kritische Lage des deutschen Films und seine mangelnde Akzeptanz im Ausland. Doch diese grundsätzliche Haltung ist bei den zahlreichen Debütfilme, die im Wettbewerb sowie den Produktionen, die im Spektrum-Bereich des diesjährigen Max-Ophüls-Festival zu sehen waren, ebenso unverständlich wie die Tatsache, dass lediglich ein kleiner Bruchteil dieser Filme je ein Verleih findet und in deutschen Kino zu sehen sein wird.
Romina Neu |
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Erzählen Sie doch mal, was Sie tolles in der schönen, bunten Filmwelt so erlebt haben. Wenn Sie selber nie was erleben, aber trotzdem gerne Geschichten erzählen, dann dürfen Sie auch berichten, was anderen tolles passiert ist. Versprochen, das bleibt dann unter uns! Fertige Texte, und viele, kleine Bildchen wären toll. Einfach auf "Es war einmal" klicken.
Übrigens: Auch eine kleine Anekdote von Dreharbeiten, läßt sich ganz groß aufmachen! |
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